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![]() GesundheitsinformationenSucht - Hilfe durch NichthilfeAllein die Zahl der durch eine Alkoholsucht schwer geschädigten Menschen soll hier zu Lande bei etwa 1,6 Millionen liegen, schätzt Professor Jobst Böning von der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universität Würzburg. Helfen kann man diesen und vielen anderen Suchtkranken aber nicht, indem man sie mit allen Mitteln vor den Auswirkungen der Sucht im Alltagsleben beschützt. Dies trägt nur dazu bei, das Problem zu verbergen und zu verschleppen. "Hilfe durch Nichthilfe" lautet für Freunde und Angehörige das Stichwort im Umgang mit Süchtigen. Hilfe durch Nichthilfe klingt zunächst paradox, ist es für Betroffene wichtig, selbst und schonungslos zum Eingeständnis ihrer Sucht zu gelangen. Dies ebnet den Weg für eine Entgiftung und Entwöhnungstherapie - dafür dann heißt der Fachmann die Unterstützung durch Freunde und Angehörige willkommen. Sogar in Krisen sieht Böning Chancen: "Oft wird die Suchtkrankheit erst durch eine medizinische Notfallsituation offenkundig. Der Süchtige kommt dadurch erstmalig mit dem therapeutischen Beratungssystem in Kontakt. Das erleichtert einen qualifizierten Entzug, der heute mehr ist, als eine rein körperliche Entgiftung." In der Therapie geht es darum, die psychischen Ursachen des Suchtverhaltens aufzudecken und den Menschen eine Chance zu geben, die durch den Wegfall des Suchtmittels entstehende Leere wieder mit sinnvollen Tätigkeiten auszufüllen. Wichtig ist dabei auch, sich von dem sozialen Milieu zu trennen, das die Sucht aktiv gefördert hat. Mit einer trotz möglicher Rückschläge konsequent durchgeführten Therapie und mit Unterstützung von Selbsthilfegruppen können Süchtige sich wieder eine Lebensperspektive schaffen. ![]() Die aktuelle Ausgabe gibts bei uns in der Apotheke Themenauswahl |
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